Süßleiteck

am 10.01.2009

Süßleiteck 2.507 m - 1.150 Hm

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mit dabei:
Hans Jörg und Michael


Süßleiteck 2.507 m
An einem solchen Tag müßte man sich vierteilen können, um nur einige der möglichen Tourenziele zu erkunden. Wir haben uns für dieses Ziel entschieden, da wir auf die von mir vor Weihnachten prognostizierte Möglichkeit von Firn an den steilen Südflanken gehofft haben. Außerdem war mit Massenansturm auf die Paradeziele zu rechnen und auch deshalb haben wir diese einsamere Variante gewählt.

Beginn des Aufstiegs über den zugefrorenen Etrachsee
Über den zugefrorenen Etrachsee ging es bei -13 Grad (bei der Anfahrt hatte es zwischendurch auch schon -20 Grad) im Schatten in Richtung Rudolf Schober Hütte. Sobald die Muskelpumpe ihre Arbeit aufgenommen hatte, war es nicht mehr wirklich kalt, zumal mit zunehmender Höhe auch die Temperatur zugenommen hat.

Vorbei an der Grafenhütte dem Tourenziel (rechts im Hintergrund) entgegen
Vorbei ging es an der Grafenhütte, wo wir erstmals einen Blick auf den Gipfelaufbau unseres Tourenziels werfen konnten. Dann sind wir weiter dem Weg in Richtung Sauofenseen gefolgt. Die Sonne hat sich dabei, verdeckt durch das Dachleiteck, nicht gezeigt, obwohl sie alle umliegenden Gipfel im gleißenden Weiß hat erstrahlen lassen.

Hans Jörg ? sehr früh zum Aufpacken gezwungen
Erst bei unserer Rast knapp oberhalb der Sauofenseen haben uns die ersten Sonnenstrahlen gewärmt. Für Hans Jörgs Felle war dies entschieden zu spät. Sie haben sich bereits nach wenigen Höhenmetern im ersten steilen Hang hinauf zum Süßleiteck von seinen Laufflächen verabschiedet. Also hieß es für ihn schon sehr früh, die Schi aufzupacken.

Aufstieg ? noch auf Schiern ? zum Süßleiteck
Michael und ich sind noch eine Weile auf Schiern aufgestiegen. Ab einer bestimmten Hangneigung ist es aber leichter mit aufgepackten Schiern den Aufstieg fortzusetzen. Dies vor allem auch deshalb, weil der dünne Firndeckel auf einer Schwimmschneeschicht in den Randbereichen immer wieder plattig weggebrochen ist.

Aufstieg im oberen Teil der Südflanke; im Hintergrund Schrein, Schöderkogel und Breitdach (v.l.n.r.)
Also haben auch wir aufgepackt und sind in der direkten Linie weiter angestiegen. Michael hat sich schon sehr früh für ein Schidepot entschieden, Hans Jörg und ich haben unsere Abfahrtsgeräte noch weiter nach oben getragen. Irgendwann war es aber mit dem Schnee zu Ende und da haben auch wir sie deponiert.

Der Westgrat zum Gipfel des Süßleitecks
Der folgende Gratanstieg war vor allem von den teilwese vereisten und gefrorenen Graspolstern geprägt. Dazwischen gab es festen Harsch, dann wieder Schwimmschnee. Ein großer Teil ist derzeit aber auch auf trockenem Fels zu gehen. Deswegen haben wir unsere Entscheidung, die mitgetragenen Steigeisen zu montieren oder im Rucksack zu belassen, uneinheitlich getroffen.

Unüberbietbare Fernsicht am Süßleiteck; links vom Gipfelkreuz der Durchblick bis zur Watzmann Ostwand; rechts vom Kreuz die Hochwildstelle
Nach knapp 4 ½ Stunden vom Etrachsee habe ich als letzter der Gruppe den Gipfel erreicht. Bei nur 1.150 Hm sagt diese Zeit doch einiges einerseits über die überwundene Wegstrecke, andererseits aber auch über den nicht ganz einfachen Anstieg. Die technischen Schwierigkeiten sind zwar nicht groß, aber oberhalb der Sauofenseen sollte in Anbetracht der Geländebeschaffenheit jeder Sturz vermieden werden. Trittsicherheit ist daher vor allem beim Gratanstieg und -abstieg unabdingbar. Aber auch die Abbrüche ins Gamskarl und die Felsstufe unterhalb des Anstiegsweges sind jedenfalls ins Kalkül zu ziehen.

Hans Jörg mitten im Gratabstieg
Nach dem ziemlich kühlen Gipfelaufenthalt in der frischen Brise wieder mit Fernsicht über ?ganz Österreich? ging es abermals den Grat entlang hinunter. Dabei konnte ich erstmals meine neuen Handschuhe zum Einsatz bringen, die mir als verspätetes Geburtstagsgeschenk von Michael und Bernhard am Vortag im Rahmen einer kleinen Feierzeremonie überreicht worden sind. Auch hier noch einmal vielen Dank dafür. Bei der Kraxlerei und auch bei der weiteren Abfahrt haben sich die teuren Stücke bisher bestens bewährt.

Bestiger Schnee im obersten Teil der Abfahrt
Endlich wieder bei den Schiern angekommen habe ich als der am weitesten oben Startende mir für den ersten Teil der Abfahrt nicht wirklich etwas großartiges erwartet. Der im Anstieg bereits erkundete teilweise sehr tiefe Schwimmschnee, der sich auch an der Südseite im Laufe der vergangenen Kälteperiode aufbauend umgewandelt hatte, war lediglich durch eine dünne Kruste überdeckelt. Eine alte Aufstiegsspur hat uns aber gezeigt, dass zwischendurch schon sehr guter Firn vorhanden gewesen sein muß. Es galt also mit einem ökonomischen Fahrstil Schadensbegrenzung zu betreiben. Aber immer noch ist mir lieber schlecht zu fahren ? und so schlecht war es dann auch wieder nicht ? als hinunter gehen zu müssen.

Abfahrt vom Süßleiteck mit Tiefblick zur Aufstiegsroute
Michael hat weiter östlich besseren Schnee vermutet und ist über die Wechte dort hin gequert. Aber er ist auch dort nicht fündig geworden. Hans Jörg und ich sind daher bis an den westlichen Rand des Schneebands gefahren und haben dort auf einem festen griffigen Harschdeckel beste Abfahrtsbedingungen vorgefunden. Herrlich hat es im Gegenlicht gestaubt und die Tiefblicke zur Aufstiegsroute waren atemberaubend.

Abfahrt zu den Sauofenseen
Da wir davon ausgehen konnten, dass die die Felstufe durchziehende Rinne in den wenigen Minuten, die sie in der Sonne liegt, sicher nicht aufgegangen ist, sind wir wieder in Richtung Osten gequert und dann zu den Sauofenseen abgefahren. Sehr wechselnde Schneebedingungen haben auch diesen nicht mehr ganz so steilen Teil der Abfahrt zur Herausforderung werden lassen.

Blick zurück auf viele Abfahrtshöhenmeter bei den Sauofenseen
Vom See aus haben wir dann noch noch einmal den Blick zum Gipfel schweifen lassen, bevor wir sehr flott ? immer der Sonne entgegen ? entlang der Aufstiegsroute wieder abgefahren sind. Aber jeden Zwischenstopp haben wir dazu benutzt, noch einmal auf die vielen sich hinter uns auftürmenden Höhenmeter zurückzublicken.

Zurück beim Etrachsee; im Hintergrund der Gstoder
Vorbei ging es schließlich wieder an der Grafenalm und in sehr flotter Fahrt weiter bis zum Etrachsee, der bereits wieder im Schatten gelegen ist. Die letzten Schlttschuhschritte entlang des Sees haben wir dann auf dem Forstweg gesetzt, bevor es über die vereiste Straße zurück zur Ulrichskirche ging.

Der spätgotische Flügelaltar und die Holzdecke mit der Schablonenmalerei in der Ulrichskirche
Die Besichtigung dieses gotischen Kleinods am Hollerberg hat dann den kulturellen Teil unserer Tour gebildet. Die Holzdecken mit reicher Schablonenmalerei aus der Zeit gegen 1500 n. Chr. in Verbindung mit dem spätgotischen Flügelaltar (1521 n. Chr.) sind jedenfalls eine Reise wert, auch wenn man nicht gerade auf Schitour in der Gegend ist.

Schweinsbraten aus Vaters Herd für die ausgehungerte Tourenrunde
Der dritte Teil der Tour, der kulinarische, war wieder ein Heimspiel. Vater hat sich wieder einmal selbst übertroffenen und uns seinen einzigartigen Schweinsbraten mit Kartoffeln und Salat kredenzt. Die aufgrund der Länge der Tour etwas längere Zeit im Rohr des Holzofens hat den Braten noch zarter gemacht als wir ihn schon gewohnt waren. Zirberl und Woaza haben das opulente Mahl noch abgerundet. Auch an dieser Stelle noch ein ?Danke!? dafür.

Und während wir uns gelabt haben ist zum Abschluss eines ?kitschigen? Tourentages auch noch der Vollmond über der Dorferalm aufgegangen.
Der Vollmond über der Dorferalm



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