Pautz (AUT/SLO - Pautzrinne)

am 14.02.2009

Pautz 2.024 m - 980 Hm

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mit dabei:
Hans Jörg und Michael



Blick vom Pautz zu Bielschietza, Weinasch, Klagenfurter Spitze und Hochstuhl; links die Nordwände der Vertatscha
Wenn es bei uns in der Steiermark im Norden stürmt und schneit und die Lawinengefahr daher stark ansteigt, haben wir auch schon in der Vergangenheit unser Heil immer wieder einmal im wetterbegünstigten Süden der Republik gesucht.
Auf trockener Fahrbahn sind wir von Graz bis Windisch Bleiberg im Bodental gefahren. Ab da bis zum Ende der Fahrmöglichkeit beim Bodenbauer hat die Straße derzeit allerdings die Qualität eines leicht mit Kiesel überzuckerten Eislaufplatzes mit einigen Spurrillen drin.

Der obere Teil der Pautzrinne, begrenzt von Selenitza ((links siehe Tour v. 28.1.2006) und Pautz (rechts)
Schnee gibt es heuer im Süden des Landes in Hülle und Fülle. Das letzte Niederschlagsereignis mit Regen liegt schon eine Zeit zurück und daher ist die Schneedecke im Bodental ordentlich gesetzt. Entlang der Loipe sind wir bei ? 6 Grad vom Bodenbauer in Richtung Märchenwiese gestartet. Sehr bald schon hat man einen herrlichen Blick in den obersten Teil der Rinne, die von der vor drei Jahren über denselben Aufstiegsweg bestiegenen Selenitza und vom Pautz begrenzt wird.

Zustieg zur Rinne, der Pautz im Visier
Ab der Märchenwiese, dem angeblich schönsten Talschluss Kärntens, sind wir noch ein kurzes Stück der Spur in Richtung Vertatschakar gefolgt, bevor wir uns links weg durch den Buchenwald in Richtung unseres Ziels von der Talmitte entfernt haben. Auch hier sind durch die großen Schneemengen die Wurzelstöcke und der Jungwald stellenweise komplett unter der weißen Decke verschwunden.

Aufstieg zum Pautz mit Tiefblick ins Bodental
Stetig ging es hinauf in das weite Kar unter den Nordwänden der Vertatscha. Anfangs sind wir auf einem durch den Regen sehr harten Harschdeckel aufwärts. Die Triebschneelinsen dazwischen waren auf der festen Unterlage eher hinderlich. Ab ca. 1.500 m hat dann der mittlerweile brüchige Harschdeckel sein Innenleben offenbart. Eine durch aufbauende Umwandlung entstandene dünne Schwimmschneeschicht war nicht unbedingt vertrauenserweckend. In den Randbereichen war sie etwas mächtiger.

Mit Steigeisen und aufgepackten Schiern durch den oberen Teil der Rinne
Wir haben uns daher zum frühest möglichen Zeitpunkt dazu entschlossen, die Schier aufzupacken und auch gleich die Steigeisen zu montieren. Auf dem festen Harschdeckel anfangs in der Rinnenmitte, später dann im Randbereich der Rinne sind wir in der Falllinie aufgestiegen.

Himmelsleiter zur Zleb ? Scharte
Der Bereich vor dem Ausstieg in die Zleb-Scharte hat uns dann mit sehr böigem Wind empfangen. Der Ausstiegsbereich selbst war durch den Wind sehr komfortabel geformt. Dieser Seitenausstieg hat uns später auch bei der Abfahrt als bequeme Startrampe gedient.

Querung an der firnig - harten Südseite des Pautz zum Schidepot
In der Zleb-Scharte sind wir nach 2 std 50 min Aufstieg im österreichischen Schatten in die slowenische Sonne gekommen. Diese hatte an den Vortagen die steile Flanke an der Südseite des Pautz mit einer eisigen Kruste überzogen. Mit den Steigeisen war aber auch diese Querung kein großes Problem.

Aufstieg zum Pautz
Nach dem Deponieren des Rucksacks mit den aufgepackten Schiern ging es dann in den Schlussanstieg. Die wenigen Höhenmeter hinauf zum Gipfel sind im Augenblick etwas selektiver als normal, weil der Steig komplett zugeschneit und die Firnflanke ziemlich eisig ist.

Pautz 2.024 m
Der Gipfel selbst bietet neben dem Kreuz, im Gegensatz zur Selenitza nebenan, wo wir alle zusammen locker Platz hatten, maximal zwei Personen Platz. Gewaltig ist der Blick nach Norden ins Klagenfurter Becken und in die Karawanken nach Westen bzw. in die Koschuta nach Osten.

Abstieg vom Pautz
Ein kühler böiger Wind hat den Gipfelaufenthalt trotz der herrlichen Sicht eher kurz gehalten. Sehr bald ging es also wieder abwärts zum Schidepot. Aufgrund der Steilheit des Geländes und der heuer außergewöhnlichen Schneelage war dabei besondere Vorsicht geboten und der Abstieg hat daher etwas länger gedauert.

Einfahrt in die Pautz ? Rinne
Nach der Jausenpause haben wir uns für die Abfahrt fertig gemacht und anfangs wieder die Firnflanke gequert. Danach ging es in wenigen Schwüngen hinunter zur Zleb-Scharte. Dort sind wir gleich in die Pautz-Rinne eingefahren und haben damit der Sonne für diesen Tag den Rücken gekehrt.

Abfahrt durch die Pautz ? Rinne
Auf einem sehr festen Harschdeckel ging es durch die Rinne talwärts. Und hatten wir uns vor allem für den Mittelteil mit seinem brüchigen Harschdeckel nicht nur nichts erwartet, sondern uns sogar ein bisschen gefürchtet, so wurde unsere Erwartungshaltung positiv enttäuscht. Vorsichtige Fahrweise vorausgesetzt war auch hier zwischendurch so etwas ähnliches wie Abfahrtsvergnügen spürbar.

Abfahrt durch die Pautz ? Rinne mit Tiefblick auf die großen Lawinenkegel im Bodental
Je weiter wir nach unten kamen, umso besser wurde der Schnee wieder. Nach dem Überwinden der brüchigen Passagen gab es gegen Ende der Steilabfahrt dann immer festeren Untergrund und daher vermeintlich höheren Abfahrtsgenuss. Dieser wurde aber im nächsten Augenblick wieder durch das ansatzlose Einbrechen in den Schnee mit einem plötzlichen Stopp eines Schis zerstört.

Pulverschnee im Bereich oberhalb der Märchenwiese
Erst in der Nähe der ersten Bäume und im lichten Wald gab es dann den lupenreinen Pulverschnee als Belohnung für viele artistische Einlagen zuvor. Die letzten Höhenmeter hinunter ins Bodental wurden so sehr schnell und genussvoll wieder abgebaut. Danach ging es in flotter Fahrt entlang der Aufstiegspur zurück zur Märchenwiese und danach entlang der Loipe zurück zum Ausgangspunkt der Tour beim Bodenbauer.

Leberknödelsuppe im Bodental, eine Rarität
Den anschließenden Einkehrschwung haben wir aber etwas weiter talauswärts verlegt. Auch wenn der Lausegger nicht direkt am Heimweg liegt, so zahlt sich der kleine Umweg auf die Sonnseite jedenfalls aus. Von seiner Terrasse hat man einen herrlichen Blick zurück ins Vertatschakar einerseits und zu den Koschutagipfeln andererseits. Und drinnen im Lokal serviert der freundliche Wirt nicht nur seine Spezialtäten vom Kärntner Brillenschaf, sondern auch Suppen in großer Auswahl; und das ist, wie wir von mehreren vergeblichen Versuchen, solche in der Nachbarschaft zu ordern, keine Selbstverständlichkeit im Lande des Ritschert.

Für den Kaffee in Klagenfurt auf der Heimreise sei an dieser Stelle der Inge noch einmal "Danke!" gesagt. Und nach einem sehr kurzen Zwischenstopp zu Hause ging es gleich weiter zum 4-gängigen Valentinsdinner (Danke Fritz und Gabi!) nach Pischelsdorf, das den Energiespeicher nicht nur wieder aufgefüllt, sondern auch gleich Reserven für die nächsten Touren geschaffen hat. Die genaue Speisenfolge soll an dieser Stelle nicht interessieren und wird bei passender Gelegenheit meinem lukullischen Kritiker Heinrich persönlich verraten.



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