Begunjscica (SLO - Überschreitung)

am 28.02.2009

Veliki vrh 2.063 m - 1.140 Hm

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mit dabei:
Hans Jörg, Michael, Philipp, Daniel und Christoph


Die Niederen Tauern aus der Vogelperspektive
Eine intensive Reisewoche mit obligatem Außendienst und einem Kurztrip mit Christoph nach Madrid (via London) zum Champions League Achtelfinal Hinspiel Atletico Madrid gegen meinen F.C. Porto ist vorüber. Beim Heimflug am Mittwoch habe ich vom Flugzeug aus die Niederen Tauern in ihrer weißen Pracht bewundern können. Zu viel davon hat mittlerweile die Lawinenwarnstufe in diesem Bereich schon wieder in bedenkliche Höhen getrieben. Was lag also näher, als die Reisewoche noch etwas zu verlängern und in den sonnigen Süden zu fahren. Und weil unser Vielreisender Felipe zwischen zwei Dienstreisen nach Belgien und Portugal zwar für die Schitour Zeit gefunden hat, nicht aber für den Jausenkauf, sind wir wegen des kurzen Zwischenstopps in Maria Rain zu diesem Zwecke auch in den Genuss von frischen Schinkensemmeln gekommen (die Christoph dann aber im Auto vergessen hat).

Beginn des Aufstiegs beim Loibl SŁdportal
Direkt neben dem Südportal des Loibltunnels sind wir zugleich mit vielen Gleichgesinnten aus Slowenien, die vielfach ohne Schier in den winterlichen Bergen unterwegs sind, gestartet. Entlang der Schipiste ging es bei ungewohnt hoher Außentemperatur in der Sonne zuerst bergwärts bis knapp unterhalb der Bergstation der 2. Sektion des Sessellifts.

Anfangs Aufstieg auf Schiern; rechts im Hintergrund Vertatscha und Pautz
Ab da sind wir, jetzt wieder im Schatten, noch kurz die ersten Höhenmeter in der breiten Rinne mit vorsorglich montierten Harscheisen angestiegen. Da die harten Knollen auf dem Lawinenkegel aber sehr unangenehm waren, haben wir uns sehr bald dazu entschlossen, die Schier aufzupacken. Und weil wir die Steigeisen schon dabei hatten, haben wir die auch gleich angeschnallt.

Im obersten Drittel andert sich die Exposition der Rinne auf NO
Im größten Teil des Anstiegs wären sie nicht notwendig gewesen, da die ?slowenische Aufstiegsspur?, ein meist gut ausgetretener Pfad im Schnee mit Trittstufen, auch ohne sie leicht begehbar gewesen wäre. Dazwischen galt es aber sehr harte und glatte Flächen zu queren, wo ich schon sehr froh über den festen Stand mit den angeschnallten Eisen war.

Die letzten Meter vor dem Ausstieg aus der Rinne
Im oberen Drittel ändert die Rinne ihre Exposition von Nord nach Nordost. Unter der gewaltigen Wechte, die bei noch stärkerer Erwärmung sich bald in die Rinne verabschieden wird, ging es weiter aufwärts. Und am Ende der Rinne sind wir wieder mit der wärmenden Kraft der Sonne belohnt worden.

Schneekunstwerk als Wegbegleiter zum Gipfel
Der Ausstieg auf die Hochfläche war vom Feinsten. Nicht nur, dass es eine bequeme Rampe durch die Wechte gab, war diese durch den Wind wunderbar geformt. Und der Tiefblick dawischen war auch einzigartig. Ab dem Ausstieg aus der Rinne hat sich auch der Blick in das slowenische Kernland aufgetan.

Starke Wechtenbildung unterhalb des Gipfels
Ab da ging es, gleich weiter mit aufgepackten Schiern in etwa 20 Minuten zum höchsten Punkt, dem Veliki vrh. Aber auch am Weg dorthin hat es noch einige Male Grund dazu gegeben, zum Zwecke des fotografischen Festhaltens von Schneeformationen und schönen Tiefblicken kurz zu verweilen.

Gipfelrast am Veliki vrh; im Tal Bled, im Hintergrund die Julier
Nach einer gemütlichen Aufstiegszeit von 2 ½ Stunden haben wir den Gipfel erreicht. Die Julischen Alpen im Westen, die Karawanken im Norden, die Koschuta und die Steiner Alpen im Osten und herrliches Wetter haben uns dazu veranlasst, den Gipfelaufenthalt zu zelebrieren und nicht so schnell wieder abzufahren.

Vertatscha, Pautz und Selenitza
Zu diesem Zeitpunkt haben wir uns auch noch für den sonnenbeschienenen Teil unserer späteren Abfahrtsroute durch die NW-Rinne etwas Firn erwartet. Aber auch wenn wir noch viel länger am Gipfel sitzen geblieben wären, die NW-Rinne hätte sicher nicht aufgefirnt.

Abfahrt auf die Schulter zwischen N-Rinne (re.) und NW-Rinne (li.)
Also haben wir uns dazu entschlossen, dann eben auf dem harten Harschdeckel abzufahren. Vom Gipfel ging es ganz kurz entlang des Aufstiegsweges zurück. Dann sind wir kurz am Rücken zwischen Nordrinne und NW-Rinne abgefahren. Danach hat sich unter uns die NW Rinne wie eine riesige Halfpipe aufgetan.

Im ersten Teil der Abfahrt harter, aber griffiger Schnee
Gleich die ersten Abfahrtsmeter haben gezeigt, dass der feste Harschdeckel halten würde. Genussvoll haben wir darauf also sehr schnell Höhe abgebaut. Weiter unten hat sich dann gezeigt, dass sich der Schnee von seiner Oberflächenstruktur her unwesentlich von jener des eisigen Zagelkars (siehe Tour vom 17.01.2009) unterscheiden sollte. Also wurden die Schwünge eben entsprechend vorsichtiger ins Gelände gesetzt.

Blick durch die ?Schneebrille?
Je nachdem, ob man mit gefeilten Kanten oder mit abgerundeten unterwegs war, war der Abfahrtsgenuss bis knapp oberhalb des Lawinenkegels unterschiedlich ausgeprägt. Die letzten Höhenmeter in der Falllinie am Lawinenkegel wollten wir uns ersparen und wir sind daher ziemlich steil nach rechts hinausgequert.

Wiederanstieg ins Schigebiet
Nach der kurzen Waldstufe haben wir wieder aufgefellt und sind auf der präparierten Spur bis zum Schlepplift und entlang der Piste weiter bis zur Bergstation des Übungsliftes angestiegen. Dort haben wir abgefellt und sind nach einem letzten Blick in die nordseitigen Rinnen entlang der Piste ? mit einem kurzen Abstecher ins Gelände ? in genussvollen Carvingschwüngen abgefahren. Mit dem Abschwingen in der Böschung direkt neben dem Auto wurde diese nicht nur landschaftlich grandiose Tour beendet.

Suppe einmal anders verpackt
Auf der Heimfahrt gab es dann noch den obligaten Einkehrschwung. Und damit nach der ungewohnt hohen Außentemperatur und dem damit verbundenen Schweißfluss der Elektrolythaushalt wieder stimmt, sind wir unserem Standardmenu (Radler und Suppe) treu geblieben. Weil sich der Heinrich auch in der Fastenzeit freuen soll , wurde die ?Suppn? diesmal in einem besonderen Gefäß serviert. Der Inhalt, so viel sei verraten, bestand aus Kaspressknödeln in Rindsuppe, mit vielen Gewürzkräutern verfeinert.



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