Karlhochkogel

am 25.04.2009

Karlhochkogel 2.096 m - 1.260 Hm

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mit dabei:
Hans Jörg, Michael, Bernhard und Ernst


Blick ins Zagelkar und ins G?hackte
Weil die Segelfliegersaison auch schon läuft, hat unser ?air spy? Michael am Mittwoch die halbe Steiermark beflogen, um nach den besten Destinationen für eine Firntour Ausschau zu halten. Seine Beobachtungen über viele von Grundlawinen versaute Abfahrtsrouten waren ebenso interessant wie die Mitteilung, dass man im Karlgraben noch bis auf 1.100 m abfahren kann. Das war für uns die Entscheidungsgrundlage dafür, nach der Traumtour am letzten Samstag uns erneut in Richtung Hochschwab aufzumachen.

Aufstieg entlang der Karlschütt
Um 7.15 Uhr sind wir mit aufgepackten Schiern vom Parkplatz neben dem Marienbildstock in Richtung Karlschütt aufgebrochen. Die Außentemperatur von 0 Grad hat unsere Schritte durch den Wald und danach durch das Schotterbett so beflügelt, dass wir an einer Wegbiegung vorbei gerannt sind. Das hat uns - mit Ausnahme von Bernhard - eine kleine Sonderprüfung in Form einer feuchten Kraxlerei durch das Bachbett eingebracht.

Aufstieg durch den Karlgraben
Aber schließlich haben wir uns auf unterschiedlichen Routen alle wieder am richtigen Aufstiegsweg zusammengefunden und den Aufstieg gemeinsam fortgesetzt. Auf der Höhe von 1.100 m hätten wir ? genau wie von Michael versprochen ? schon anschnallen und über das schmale Schneeband auf Schiern aufsteigen können. Aber da der Weg in diesem Bereich schon großteils ausgeapert war und die zu querenden Schneefelder dazwischen gut tragenden Schnee geboten haben, sind die Schi noch auf den Rucksäcken geblieben und wir haben erst nach dem Überqueren des großen Lawinenkegels unterhalb des Käferecks nach 1 ½ Stunden Aufstiegszeit ( einschließlich der ?Sonderprüfung Wasserfallklettern?) angeschnallt.

Aufstieg durch den Karlgraben
Von da ging es entlang es Karlgrabens weiter hinauf in Richtung Karl. Einige Minuten später sind wir erstmals aus dem Schatten in die Sonne gekommen. In den steileren Passagen waren die montierten Harscheisen nicht von Nachteil. In einer solchen ist dann wie aus dem nichts plötzlich einer von hinten in der direkten Aufstiegslinie ohne eine einzige Kehre zu uns aufgelaufen: Ernstl. Mit ihm hatte ich mich am späten Vorabend noch über unser Tourenziel und die Startzeit ausgetauscht.

?Ernstlspur? kreuzt Normalspur
Und weil er ? wie ich schon mehrmals festgestellt habe ? einer Gämse sehr ähnlich ist, hat er auch neben uns seinen Aufstieg in der für ihn ökonomischeren direkten Linie fortgesetzt. Mit alten Fellen ist es trotz Harscheisen jedenfalls nicht leicht, seiner Spur zu folgen. Der weitere Aufstiegsweg aus dem Karl durch die Latschengasse in einem langen Bogen hinauf zur Karlalm hat schon einen Vorgeschmack auf den bei der Abfahrt zu erwartenden Firn gegeben.

Blick zurück aus der Gipfelflanke
Beim Schlussanstieg über die sich aufsteilende Gipfelflanke hat Ernstl abermals seine Kletterqualitäten zur Schau gestellt. Ich habe mir jedenfalls die letzte Spitzkehre geschenkt und die Schi über den letzten ausgeaperten Rücken hinauf getragen. Die Kollegen haben dies in ähnlicher Manier bewerkstelligt.

Nahrung für die Gipfelwolke
Nach 3 ¼ Stunden waren wir am Gipfel und haben uns den herrlichen Blick vorbei am schönen Gipfelkreuz in die Hochschwab Südseite gegönnt. Eine kühle Brise und aufkommende Bewölkung hat uns nicht zur Eile gedrängt, da dadurch das Auffirnen unserer Abfahrtsroute noch etwas verlangsamt wurde. Hans Jörg hat überdies mit seinem Gipfelschmaucherl der Gipfelwolke zusätzliche Nahrung verliehen.

Feierliche Hauberlübergabe am Karlhochkogel
Ernstl hat mir dann Christophs Lieblingshaube, die ihm der Wechtenbruch in der Roten Rinne am Ostermontag vom Kopf gerissen hatte, feierlich übergeben. Nicht nur, dass er sie geborgen und auf den Gipfel des Karlhochkogels hinaufgebracht hatte, hat er auch noch das von ihm mitgetragene Dosenbier am Gipfel mit uns geteilt. Das hat der Übergabezeremonie neben Hans Jörgs Rauchopfer erst die feierliche Note verliehen.

Abfahrt über die Gipfelflanke
Nachdem Bernhard schließlich auch den Gipfel erreicht hatte, haben wir gemeinsam die Abfahrt angetreten. Die Gipfelflanke hatte nach dem Schneefall vom Vortag ein paar Tücken in Form von stoppendem halb umgewandelten Neuschnee eingebaut. Aber ob der Steilheit war sie trotzdem bestens zu fahren.

Abfahrt durch den Karlgraben
Die folgenden Hänge am direkten Weg hinunter ins Karl waren dann ein firniger Genuss. Auch bei der weiteren Abfahrt durch den Karlgraben hat es ordentlich unter uns gerauscht. Und nach dem Überqueren des Lawinenkegels, wo wir in der Früh angeschnallt hatten, hat dann auch das schmale Schneeband weiter hinunter noch bestens fahrbaren Schnee für uns bereitgehalten.

Abstieg durch die Karlschütt
Genau bei 1.100 m haben wir unter einem Wasserfall und neben dem Kadaver einer Gämse abgeschnallt und die Schier wieder aufgepackt. Danach ging es entlang des Aufstiegsweges ? diesmal ohne Sonderprüfung ? vorbei an blühenden Frühlingsblumen zurück zum Ausgangspunkt der Tour, den wir um 12.45 Uhr wieder erreicht haben.

?Strafbier?
Beim anschließenden Einkehrschwung habe ich dann endlich die Gelegenheit gehabt, das von Ernstl eingeforderte Strafbier für geheimes Schitourengehen am Eisenerzer Reichenstein zu bezahlen. Natürlich hat es auch eine Suppe gegeben (Für Heinrich: Grammelstrudel oder Leberknödel; chacun á son gout).

Abendstimmung am Schererkogel
Nach der Heimfahrt ging es dann sofort weiter nach Gamlitz, um den Tag bei einer zünftigen Jause und einem guten Glas Wein ausklingen zu lassen. Die Buschenschänke am Schererkogel www.adam-schererkogl.at/ hat übrigens ab 1. Mai bis 31. Oktober von Dienstag bis Sonntag jeweils ab 14.00 Uhr geöffnet und die Familie Adam freut sich darauf, ihre Gäste mit Leckereien aus der Küche und dem Keller zu verköstigen.



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