Gr. Hafner (Ankogelgruppe)

am 14.06.2009

Gr. Hafner 3.076 m - 1.420 Hm

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mit dabei:
Philipp


Eindrücke aus dem sog. ?Friedhof?
Nach einigen sehr ausgefüllten Wochen und ebensolchen Wochenenden hat sich wider Erwarten doch noch die Möglichkeit zu einer Hochtour aufgetan. Es ist dies auch ein kleiner Rekord, denn so spät im Frühjahr (meteorologisch haben wir ja schon Sommer) habe ich noch nie eine Schitour gemacht. Aber das angekündigte Kaiserwetter hat förmlich nach einer Tour geschrien.

Abendstimmung über der Könbreinsperre
Zu Mittag des Vortages haben Philipp und ich beschlossen, am späten Nachmittag zur Kölnbreinsperre aufzubrechen. Bei Schönwetter sind wir dort um ½ 9 Uhr abends eingetroffen. Nach einem ausgiebigen Abendessen und viel gebrauter Flüssigkeit zum Vorhydrieren für die zu erwartende schweißtreibende Tour haben wir uns zur Ruhe begeben.

Frühstück am ?Büßerplatz? unter der Stiege
Und weil das Frühstück im Sporthotel Malta erst ab ½ 8 Uhr serviert wird, haben wir das unsrige bereits vor 5 Uhr auf dem gewohnten Büßerplatz unter der Stiege eingenommen. Danach sind wir mit dem Auto den kurzen Weg zum Ausgangspunkt der Tour beim Kölnbreinstüberl gefahren.

Aufstieg ins Könbreinkar (mit Kölnbreinspeicher und Ankogel)
Dort sind wir um 05.37 Uhr gestartet. Ein frischer Wind hat unseren Aufstieg ins Kölnbreinkar von Anfang an begleitet. Der Schnee war aber anfangs eher weich, weiter oben dann aber doch glasig und hart. Daher haben wir nach ca. 300 Hm die Harscheisen montiert.

Der Morgensonne und dem Petereck entgegen
Immer im Schatten ging es hinauf in Richtung Kölnbreinspitze, später nach rechts in Richtung Petereck. Dort erst sind wir erstmals in den Genuss der wärmenden Sonne gekommen.

Die Kärntner Fünfergruppe beim Aufstieg zum Durchschlupf
Knapp unterhalb des Peterecks gibt es zwischen den beiden markanten Felsen den Durchschlupf ins Wastlkar. Dort sind wir auf eine fünfköpfige Kärntner Tourengruppe (Albin, Astrid alias aha, Gabi, Hannelore und Reinhold alias ray0204), die bisher nur aus dem Forum Gipfeltreffen bekannt war, getroffen. Sie waren bereits um 05.00 Uhr aufgebrochen.

Aufstieg im Wastlkar (mit Petereck)
Erstmals wurde abgefellt und nach der Abfahrt in das zu diesem Zeitpunkt noch sehr harte Wastlkar ungefähr auf Höhe der Wastlkarscharte wieder aufgefellt. Danach habe ich eine Zeit lang auf Philipp warten müssen, der seinem entfleuchten Objektivdeckel nachgehechelt ist. Die Mühe hätte er sich ersparen können, hat er das geliebte Stück doch gleich im anschließenden Anstieg zum Schidepot irgendwo angebaut.

Aufstieg durch die Rinne
Nach dem Deponieren der Abfahrtsgeräte wurden die Steigeisen für die zu diesem Zeitpunkt noch sehr harte und stellenweise doch recht steile Rinne hinauf zum Grat montiert. Nach dem Durchsteigen der Rinne haben wir an deren oberene Ende auch die Steigeisen deponiert, die wir für den weiteren Weg zum Gipfel nicht mehr benötigt haben. Und weil wir sie so einsam auf der Schneewechte liegen gelassen haben, hat Reinhold sie später zu den ihrigen unter den Felsen dazugepackt, damit sie es auch ein bisschen kuschelig haben.


Blick vom ?Friedhof? zur Könbreinsperre; li. dahinter der Ankogel
Danach ging es entlang des Sommerweges hinauf zum sogenannten Friedhof. Es ist schon faszinierend, welchen Eindruck die von vielen hier Durchgehenden aufgestellten Gesteinsplatten, erzeugen. Und weil im Winter natürlich immer welche umfallen, haben wir auch einige wieder aufgebaut.


Die letzten Meter zum Gipfel
Bis zum Gipfel galt es dann, noch einige Schneefelder zu queren. Und nach einem recht gemütlichen Aufstieg mit vielen Fotostopps, Pausen und mehrmaligem Umrüsten haben wir nach genau 4 Stunden Aufstiegszeit den Gipfel erreicht.


Gr. Hafner 3.076 m
Der gewaltige Rundumblick mit endloser Fernsicht und keinem einzigen Wölkchen am Firmament wurde lediglich durch einen sehr böigen Wind etwas verleidet. Trotzdem haben wir den Aufenthalt zelebriert.


Beginn des Abstiegs
Nach etwas mehr als einer halben Stunde hat uns allerdings einerseits der kühle Wind, andererseits die sengende Sonne, die inzwischen unsere Abfahrtsroute aufgefirnt hat, zum Aufbruch gedrängt. Nach dem abermaligen Treffen mit den Kärntner KollegInnen knapp unterhalb des Gipfels ging es entlang der Aufstiegsroute zurück zum Einstieg in die Rinne.


Abstieg durch die Rinne
Dort haben wir unsere Steigeisen aus ihrer inniglichen Umklammerung mit ihren Kärntner Artgenossen gelöst und sind mit der Sonne im Rücken durch die Rinne abgestiegen. Danach wurden sie ebenso wie Harscheisen und Felle für die Abfahrt bis zur Wastlkarscharte im Rucksack verstaut.


Wiederanstieg zum Petereck
Ein letztes Mal wurde dort aufgefellt und mit der jetzt schon stechenden Sonne im Rücken ging es wieder hinauf zum Durchstieg ins Kölnbreinkar unterhalb des Peterecks. Der Schnee war hier mittlerweile stellenweise schon recht weich und faulig. Kein Wunder auch, hatte es doch 2.000 Hm tiefer, in Spital an der Drau, über 30 Grad an diesem Badetag.


Firniges Abfahrtsvergnügen
Oben angekommen wurden die Felle letztmalig abgezogen und verstaut. Vor uns lagen jetzt nur mehr knapp 900 Hm mit Firn als Abfahtsunterlage. Und der war nicht von schlechter Qualität, wie wir gleich erfahren sollten.


Firnabfahrt im Kölnbreinkar
Mit viel Juchzen ging es also sehr lustvoll dem Ausgangspunkt der Tour entgegen. Die Schneequalität war von oben bis unten gleichbleibend. Der Schnee hat sich geschmiert und ist in den steileren Passagen in einer Fontäne weg gespritzt.


Abschnallen direkt neben dem Auto
Schließlich sind wir noch bis direkt zum Ausgangspunkt abgefahren. Dabei galt es lediglich zweimal für wenige Schritte abzuschnallen, um mittlerweile ausgeaperte Passagen zu überwinden. Aber das darf Mitte Juni schon sein. Um 12.45 Uhr haben wir diese großartige und vor allem von den Wetterbedingungen her fast unüberbietbare Tour beendet.


Fitnessteller
Eingekehrt sind wir wieder im Hotel, wo uns der Andi schon am Vorabend gut bekocht hatte. Und damit diese Tour auch dem Heinrich noch ein bisschen den Saft unter der Zunge fließen lässt, sei an dieser Stelle verraten, dass es Leberknödeluppe, einen Fitnessteller mit gebackenen Putenstreifen, viel Radler (natürlich nur für mich und nicht für meinen Lieblingschauffeur Philipp) zum Auffüllen des Elektrolytspeichers und als Doping für die Heimreise noch einen Kaffee gegeben hat.

P.S.:
Wenn in der Literatur der Gr. Hafer vielfach als der östlichste Dreitausender der Alpen bezeichnet wird, so ist dies schlichtweg falsch. Diese Ehre gebührt dem Mittleren Sonnblick mit seinen genau 3.000 m. Auch der Große Sonnblick (3.030 m) und der Kl. Hafner (3.018 m) sind noch weiter östlich angesiedelt, als der von uns bestiegene Gipfel, der allerdings der höchste in der östlichen Ankogelgruppe ist.



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